SEO beginnt auf dem Papier!
Martin Mißfeldt vom Webmasterfriday fragt: „Schreibt ihr noch analog oder tippt ihr nur noch?“ Ich mache beides, denn beide Arten Gedanken zu formulieren haben ihre Vorteile. Allerdings tippe und schreibe ich nicht gleichzeitig, sondern nach einander. Dies hat seine Gründe.
Das Zitat “Unser Schreibzeug arbeitet mit an unseren Gedanken.” von Friedrich Nietzsche habe ich nicht umsonst gewählt. Es beschreibt ziemlich gut, warum nicht nur ein Schreibwerkzeug zur Ausformulierung der Gedanken genutzt werden sollte. Das Werkzeug formt unsere Gedanken, ob wir es wollen oder nicht, ob wir es glauben oder nicht. Hierbei ist es wichtig, nicht nur ein Werkzeug zu benutzen, sondern mehrere, um eben zu erfahren wie sich Gedanken und Ideen entwickeln.
Wenn ich eine Idee habe, so schreibe ich sie auf. Ich schreibe sie auf ein Stück Papier auf oder es kommt schon mal vor, dass ich ans Whiteboard gehe, den Spiegel im Bad beschreibe oder sogar die Fliesen im Bad bekritzele. Durch die Arbeit mit dem Stift erlange ich eine große Freiheit. Ich kann schreiben wie und wo ich möchte. Mir sind nur Grenzen durch den Raum gesetzt, wenn zum Beispiel der Spiegel oder das Blatt Papier voll geschrieben ist. Dies hat den Vorteil, dass ich Gedanken physisch visualisieren kann. Wie wir wissen, ist unser Arbeitsspeicher begrenzt. Millers Zahl 7+-2 zeugt davon, dass wir, wenn wir richtig gut sind, uns maximal 9 Dinge gleichzeitig merken können. Wer ohne Zettel einkaufen geht, wird die Situation kennen, dass manche Dinge einfach vergessen werden. Hier zeigt der Arbeitsspeicher seine Grenzen.
Diese Freiheit erlaubt es mir Gedanken so zu formulieren wie ich es möchte. Es gibt nämlich nicht nur die Form des Satzes, sondern auch Mindmaps und die liebe ich! Auf dem Papier kann ich mich austoben. Ich kann die Dinge anordnen wie ich möchte. Ich kann schräg, schief und sonst wie schreiben. Ein großer Vorteil hierbei ist: Ist der Computer aus, habe ich immer noch Zugriff auf die Gedanken!
Die Kreativarbeit beginnt also auf dem Papier. Hier sind die Gedanken roh, unfertig und nicht präsentierbar. Wenn ich dann an den Computer gehe, werden die Gedanken ausformuliert und in Sätze, Grafiken und Mindmaps verpackt. Was wie eine handwerkliche Tätigkeit scheint, ist auch eine kreative Arbeit, denn ich denke beim Schreiben. Ja richtig, beim Schreiben der Artikel, denke ich sie weiter. Dies ist ein ganz normaler Vorgang, denn die Gedanken wandern noch einmal durch meinen Kopf und werden hier neu gedacht. Zumal hier auch der Umstand auftreten kann, dass mein Eindruck von Gedanken anders ist, als deren Repräsentation als geschriebene Worte.

Mit Nietzsches Schreibzeug-Zitat warst Du schneller als ich. Musste meinen Beitrag revidieren.
@Bernd Stimmt, dass Bild würde viel besser zu deiner Webseite passen